Fahrscheinfreier ÖPNV

Beschreibung Ihrer Idee, Meinung, Erfahrung

Umlagefinanzierter ÖPNV, keine Fahrscheine erforderlich

Welchen Nutzen hätte die Umsetzung Ihrer Idee? Welches Problem würde dadurch gelöst?

Mobilität für alle verfügbar.

4 Kommentare

  1. Um mal einige Argumente aufzuführen, hier einige Zahlen am Beispiel Hessen durchgeführt. Eine ähnliche Zahlengrundlage müsste auch für Berlin erstellt werden.

    „Was das wieder alles kostet!
    Natürlich bedeutet “umlagefinanziert” auch nicht “kostenlos”. Die Kosten werden weiterhin da sein. Es geht vielmehr darum, sich zu überlegen, wo zukünftig das Geld hierfür herkommt.

    Betrachten wir daher zuerst einmal die Kostenseite. Hierfür haben wir für Hessen die Zahlen des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) genommen, der mit 5 Millionen Einwohnern ca. 82% der Hessischen Bevölkerung abdeckt. Dies sollte ausreichendes Zahlenmaterial liefern, um damit eine Abschätzung der Kosten zu bekommen.

    Der RMV hatte im Jahr 2011 (aktuellere Zahlen sind nicht öffentlich zugänglich) einen Finanzierungsbedaf von insgesamt von 1,3 Milliarden Euro gehabt. Dies wurde zum einen Teil durch Fahrgeldeinnahmen und Zuschüsse für Schüler und Schwerbehinderte (die wir fairerweise auch zu den Fahrgeldeinnahmen rechnen) in Höhe von 700 Millionen Euro gedeckt. Der restliche fehlende Betrag in Höhe von 600 Millionen Euro wurde durch Steuergelder abgedeckt.

    Im Klartext bedeutet dies, dass der ÖPNV bereits zum heutigen Zeitpunkt zu 46% durch Umlagen finanziert wird. Für eine vollständige Umlagenfinanzierung sind daher also die 700 Millionen Euro zu betrachten.

    Um ein grobes Gefühl für die zusätzliche Belastung zu bekommen, haben wir daher die 700 Millionen Euro auf die 5 Millionen Einwohner im RMV verteilt und kommen damit erst einmal auf eine rein rechnerische Pro-Kopf-Belastung von 140 Euro im Jahr.

    Nicht betrachtet haben wir bei dieser Rechnung die Einsparungsmöglichkeiten, die z.B. in den Bereichen Vertrieb (z.B. Verkauf) und Verwaltung anfallen, da hierfür keine öffentlichen, belastbaren Zahlen vorliegen. Ebenfalls nicht betrachtet wurde der volkswirtschaftlichen Nutzen, der durch eine Reduzierung der Schadstoff- und Lärmbelastung durch den Individualverkehr stattfinden würde. Die bereits vorliegenden Zahlen aus Städten, in denen der umlagenfinanzierte ÖPNV schon erprobt wurde, deuten jedoch auf einen Rückgang des Individualverkehrs im Bereich zwischen 10% und 20% hin.

    Fairerweise muss noch gesagt werden, dass wir auch nicht betrachtet haben, inwiefern ein attraktiverer ÖPNV eine vermehrte Nachfrage nach diesem generieren würde und insofern dessen Kosten nach oben steigen würde. Wie oben kann nur eine Tendenz aus den Städten, die schon einen umlagefinanzierten ÖPNV erproben, abgeleitet werden. Dort stieg die Nachfrage um ca. 5% an.“

    Quelle: https://www.piratenpartei-hessen.de/piratengedanken/2013-05-31-umlagefinanzierter-oepnv

  2. Hallo!

    Warum ist ein fahrscheinfreier Autoverkehr möglich? Und warum soll ein fahrscheinfreier Nahverkehr unmöglich sein? Weil wir es so von Kindesbeinen an gelernt haben… und was sich bewährt hat, muss fortgeführt werden.
    Die werten Verkehrsunternehmen und Politiker können sich so etwas eben nicht vorstellen, obwohl ÖPNV-Fahren deutlich umweltfreundlicher und volkswirtschaftlich kosteneffiziernter ist.
    Wir sollten es wagen, auch solche Ideen ernsthaft und ohne ideologische Barrieren zu diskutieren.
    Dass es funktionierten kann, wurde auch in einer auf Berlin zugeschnittenen Studie durchgerechnet: https://www.baufachinformation.de/literatur/Fahrscheinlos/2015119006300

  3. Berlin ist eine Stadt, in der man jetzt schon ohne eigenes Auto auskommen kann. Wir haben nun einen rot rot grünen Senat – also bitte nun ein klares Bekenntnis zur Förderung und Bevorzugung des ÖPNV! Kostenfreie Benutzung, offene Bahnhöfe ohne Zugangssperren, dafür wieder Personal auf den Bahnhöfen und perspektivisch führerlose (automatisch fahrende) Züge.

  4. In Berlin ist es glücklicherweise schon möglich ohne eigenes Auto auszukommen. Nun haben wir einen rot rot grünen Senat. Zeit für ein klares Bekenntnis für Förderung und Bevorzugung des ÖPNV! Kostenfreie Benutzung, offene Bahnhöfe (keine Sperren), dafür wieder Personal auf den Bahnhöfen und perspektivisch führerlose Züge.

Kommentarfuntkion geschlossen.